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Institut für Kunstgeschichte Innsbruck
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ALFIERI , Girolamo

 

1. Alfieri , Girolamo (Hieronymus, Hieronimus); Alferi (ÖKT, 1977)

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Stukkateur in Österreich

 

3. BIOGRAPHIE

* 1654 unbekannt, † 14.07.1740 in Wien

Alfieri orientierte sich zunächst an der hochbarocken Formensprache von G. B. Barbarini, die von stark plastischem und vegetabilem Ornament und locker geschwungenen Kartuschen bestimmt ist (Kremsmünster). Im Palais Questenberg dagegen verwendete Alfieri zartes Rankenwerk, so wie S. Bussi es um 1690 in Wien eingeführt hatte.

Kremsmünster, Stiftskirche: 1680-82 , ornamentale Stuckdekorationen (zusammen mit weiteren unter Leitung von G. B. Barbarini )
Kremsmünster, Klostergebäude: Kapitelzimmer (heute Winterchor), neues Refektorium, Bibliothekssäle: Stuckierung (zum Teil zusammen mit W. Grinzenberger) 1684, 1687 Arbeitszimmer und Alkovenraum des Abts (heutige Bibliothek).

Seit 1686 ist Alfieri in Wien nachweisbar, 1689 erhielt er das Bürgerrecht und wurde Meister. Laut Sailer ist Girolamo Alfieri vermutlich identisch mit dem sogenannten Meister Hieronymus, der 1687 von Wien nach Loretto kam und dort an der Servitenkirche tätig war. Zwischen 1690-1730 entwickelte sich seine Werkstatt zum Großbetrieb.
Um 1700 soll Alfieri an der Stuckierung der Pfarrkirche in Laxenburg beteiligt gewesen sein. Weitere Aufenthalts- und Schaffensorte sind Wien (Stiftskirche Heilige Dorothea, Deutschordenskirche, Palais Questenberg) sowie Rappoltenkirchen.

Wien, Stiftskirche Heilige Dorothea (abgebrochen), Stuckierung, 1701/02
Deutschordenskirche, Gotisierender Stuckdekor, 1702-22 Palais Questenberg, Innenstuckierung und Fassadenstuck, 1703-05, 1724-26 Rappoltenkirchen / NÖ, ehemaliges Schloss Questenberg, Stuckdekorationen der Grotta, 1712-14 , nicht erhalten. 1720 als Hofstukkateur erwähnt.

 
4. WERK

4.1. Stiftskirche St. Dorothea
1701/2

4.2. Palais Questenberg (Johannesgasse)
Bauherr: Reichshofrat Graf Johann Adam von Questenberg, Baumeister unklar
1703 - 1705, weiters 1724 - 1726 (Rechnungsbelege1724-1729 für
Stuckarbeiten im Innenbereich)
Fassaden- und Innenstuck (zusammen mit Paul Stelzer)
Zartes Rankenwerk (erstmals in Wien in den 90er Jahren, Santino Bussi)

4.3. Deutschordenskirche (Singerstraße)
1720-1725 Barocke Umgestaltung/Restaurierung der 1326 erbauten Kirche
unter Landeskomtur Graf Guido von Starhemberg, als Baumeister
wahrscheinlich Anton Erhard Martinelli
Dezember 1720 erhält Alfieri 635 fiorini für Stuckarbeiten an den Fenstern der
neugeschaffenen Oratorien, für das Blendwerk an der vermauerten Nordwand,
für die Kartuschen unter den fünf Brüstungen, für die drei Fenster des großen
Oratoriums oberhalb des Chores, für die Rosetten im Gewölbe und für die
Restaurierung der vier Pyramiden über den Nischen (Tietze, 1909 , S. 22; Pillich,
1953,S. 6). Weiters wirkte an der Umgestaltung der Kirche der Bildhauer Giovanni
Antonio Canevale
(1720) und der Stukkateur Alberto Camesina (1722) mit.

5.WERK (OBERÖSTERREICH)

Stiftskirche : 1680-82 , ornamentale Stuckdekorationen (zusammen mit weiteren unter Leitung von G.B.Barbarini)

Klostergebäude: Kapitelzimmer (heute Winterchor), neues Refektorium, Bibliothekssäle : Stuckierung

(zum Teil zusammen mit W. Grinzenberger) 1684, 1687 Arbeitszimmer und Alkovenraum des Abts (jetzt Bibliothek)

Stuck im Speisesaal 1740 (laut Dehio)

6. ABBILDUNGEN

mit klick Ansicht vergrössernKremsmünster, Stiftskirche, Innenansicht, Gesamtansicht
mit klick Ansicht vergrössernKremsmünster, Stiftskirche, Innenansicht, Deckengewölbe
mit klick Ansicht vergrössernKremsmünster, Stiftskirche, Innenansicht, Eckdetail
mit klick Ansicht vergrössernKremsmünster, Refektorium entnommen aus : Kremsmünster, 1200 Jahre Benediktinerstift, Bildteil von Erich Widder
mit klick Ansicht vergrössernKremsmünster, Stiftsbibliothek, Großer Saal entnommen aus : WUTZEL Otto, Landesausstellung 1200 Jahre Kremsmünster

7. BIBLIOGRAPHIE

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DEHIO-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Niederösterreich. Wien 1967.
DEHIO-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Oberösterreich. Wien 1977.
DEHIO-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Wien. Wien 1954.
FIDLER, Peter: Zur Bauaufgabe in der Barockarchitektur. Das Palais Questenberg. Innsbruck 1985.
HAJDECKI, Alexander: Die Dynastenfamilien der italienischen Bau- und Maurermeister der Barocke in Wien. In: Berichte und Mitteilungen des Altertumsvereins Wien, Bd.39 (1906). S. 1-83.
LITSCHEL, Rudolf Walter: 1200 Jahre Benediktinerstift. Linz 1976.
ÖKL, Österreichisches Künstlerlexikon von den Anfängen bis zur Gegenwart, Hg. Rudolf Schmidt, Bd. 1, Wien 1974
ÖKT, Österreichische Kunsttopographie, Bd. XLIII, Die Kunstdenkmäler des Benediktinerstiftes Kremsmünster, Teil 1, Das Stift- Der Bau und seine Einrichtung . Wien 1977.
PILLICH, Walter: "Zur Baugeschichte der Deutschordenskirche in Wien". In: Wiener Geschichtsblätter, Bd. VIII, 1 (1953), S.1-10.
PREIMESBERGER,R.: Notizen zur italienischenStukkatur in Österreich. in: ARSALAN, E. (Hg): Arte e Artisti lombardi, Vol II, Gli Stuccati del barocco. 1964
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SWOBODA, Karl M.(Hg.): Barock in Böhmen 1964.
TIETZE, Hans: "Wiener Gotik im XVIII. Jahrhundert". In: Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte, Bd. 3 (1909), S. 162-169.

weiters:

DEHIO – Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, 2.Band Österreich
Wien/Niederösterreich/Oberösterreich/Burgenland Berlin Wien 1935
DEHIO – Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler in der Ostmark Berlin Wien 1941
SAUR, Allgemeines Künstler Lexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Band 2, München 1992
THIEME BECKER VOLLMER, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler, Band 1, Engelmann Verlag, Leipzig 1907
AKL, Allgemeines Künstler Lexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Band 2, 1. Auflage, Seemann Verlag, Leipzig 1986 MORPURGO Enrico Gli artisti italiani in Austria, Vol II secolo XVII, Roma 1962
LITSCHEL Rudolf Walter, WIDDER Erich Kremsmünster, 1200 Jahre Benediktinerstift 2. Auflage, Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976
RECLAM – Kunstführer Österreich, Band 1 Wien, Nieder- und Oberösterreich, Burgenland
Philipp Reclam jun., Stuttgart 1961
HOOTZ Reinhard, Kunstdenkmäler in Österreich, Oberösterreich/Niederösterreich/Bugenland, Deutscher Kunstverlag, Berlin 1967
WUTZEL Otto, Landesausstellung 1200 Jahre Kremsmünster 3. Auflage, Linz 1977
GRIMSCHITZ Bruno, St. Florian/Wilhering/Kremsmünster
K. R. Langewiesche Nachfolger, Königstein im Taunus 1958

©Maria-Luise Storch & Elisabeth Reichl, Oktober 2004

 

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