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Institut für Kunstgeschichte Innsbruck
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ALLIO, Andrea der Jüngere

 

1. Allio, Andrea der Jüngere (Andreas); Aglio, De Aglio;

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Baumeister

3. BIOGRAPHIE

Die Geburtsdaten sind nicht bekannt, er stammt aus Scaria im Val d'Intelvi.
† Wien, zwischen 1. und 10. 1. 1645
Seit 1641 ist Andrea Allio d. J. in Wien nachweisbar. Er ist an Um- und Neubau der Michaelskirche beteiligt, sowie an jener der Schottenkirche 1643, die neben Silvester Carlone sein Cousin Andrea Allio d.Ä. leitete. 1644 führt er den Umbau (Innenhof) an der Loreto-Kapelle am Hradschin in Prag weiter (Baumeister zuvor war Giovanni Battista Orsi, nach Tod Allios übernimmt 1646 Silvester Carlone). 1644 beschäftigt er 22 Gesellen.

 

4. BEKANNTEN- UND FAMILIENKREIS:

Sein Vater Santino und seine Mutter Catarina stammen aus Scaria. Sein Bruder Franceso († Wien, 1653) ist ebenso Maurermeister und wahrscheinlich am Bau der Schottenkirche beteiligt. Francesos Tochter Taddea Maddalena heiratete den Architekten und Stukkateur Givanni Battista Carlone († Wien, 1707). Eine deren Töchter, Francesa, und somit Enkelin Francesos, heiratet Simone Retacco († 1645). Deren Tochter Lucia heiratete Givanni Battista Orsi, der an der Loreto-Kapelle tätig war. Nach dessen Tod heiratete Lucia 1641 Andrea Allio d.J., er wird somit Stiefvater Giovanni D. Orsis. Im selben Jahr in dem Andrea Allio stirbt (1645 ), ging die Witwe eine dritte Ehe, mit Silvester Carlone, ein.
Andrea Allio ließ seine Tochter aus erster Ehe in Italien zurück. Sein Sohn aus zweiter Ehe, Giovanni Batista (getauft: Wien, 25.9.1644, begraben: Prag, 6.7.1716) schließt 1663 seine Lehre als Steinmetz ab und zieht später nach Prag. 1694 erhielt er zusammen mit Martin Allio (einem Verwandten, Baumeister, *Scaria 1654, †Prag 1701) für seine militärischen Verdienste das Adelsprädikat "von Löwenthal".

 
4. WERK

4.1. 4.1. Michaelskirche
Beteiligung an Um- und Neubau
4.2. Schottenkirche
Baubeteiligung ab 1643

5. BIBLIOGRAPHIE

DEHIO-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Wien. Wien 1954.
DERNJAC, J: Die Wiener Kirchen des 17. / 18. Jahrhunderts. Wien 1906.
FERENCZY, Heinrich: Das Schottenstift und seine Kunstwerke. Wien 1980.
FRANZ, Heinrich Gerhard: Bauten und Baumeister der Barockzeit in Böhmen. Entstehung und Ausstrahlungen der böhmischen Barockkunst. Leipzig 1962.
GUGLIA, E.: Wien. Ein Führer durch Stadt und Umgebung. Wien 1908.
HAJDECKI, Alexander: Die Dynastenfamilien der italienischen Bau- und Maurermeister der Barocke in Wien. In: Berichte und Mitteilungen des Altertumsvereins Wien, Bd.39 (1906). S. 1-83.
LITSCHAUER, Gottfried: Das Schottenstift und das Türkenjahr 1683. Wien 1933.
MORPURGO, Enrico: Gli artisti italiani in Austria. Vol II: Il secolo XVII. Roma 1962.
ÖKL, Österreichisches Künstlerlexikon von den Anfängen bis zur Gegenwart, Hg. Rudolf Schmidt, Bd. 1, Wien 1974.
RAPF, Cölestin Roman: Das Schottenstift.(=Wiener Geschichtsblätter, Bd.13) Wien-Hamburg 1974.
RIESENHUBER, Martin: Die kirchliche Barockkunst in Österreich. Linz 1924.
SAUR, Allgemeines Künstler-Lexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Bd.2, München-Leipzig 1992.
SCHAFFRAN, Emerich: Wien. Ein Wegweiser durch seine Kunst. Wien s.a.
SCHNERICH, Alfred: Wiens Kirchen und Kapellen. Zürich-Leipzig-Wien 1921.
SWOBODA, Karl M.(Hg.): Barock in Böhmen 1964.
THIEME, Ulrich, BECKER, Felix: Allgemeines Lexikon bildender Künstler. Von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 1, Leipzig, 1907.

©, Oktober 2002

 

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