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Allio Domenico D' |
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1. Domenico d‘ Allio, (Aglio, del Alio, de Lalio, de Lallio, Illalio, Lalio, Lallio di Gauro), (De, del, dell‘), (Dominico laut Thieme Becker) unterschrieb selbst mit Domenico di Alio
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2.
BERUFSBEZEICHNUNG
Baumeister
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3. BIOGRAPHIE
*um 1515 Scaria (laut E. Kraigher um 1505 Lugano), + 1563 (letzte Zahlung am 5. 8. 1563) in Graz oder in Kroatien laut Saur, in Graz laut Thieme Becker.
Sohn des 1520 in Radkersburg (Radgona) tätigen Maurermeisters Martino Allio, der laut Thieme Becker der älteste bekannte Vertreter der großen Künstlerfamilie dieses Namens ist. Bruder von Gianmaria und Baumeister Andrea Allio (beide, besonders der letztere, in Marburg/Drau (Maribor) tätig).
Nach Lehrzeit in Oberitalien war Allio nachweisbar ab 1530 (Hausbesitz in Graz, nach Verkauf seines Klagenfurter Hauses 1556 in Graz Hauptwohnsitz) in den Habsburger Ländern, besonders in der Steiermark und in der Umgebung von Agram (Zagreb) tätig.
Klagenfurt: Plan zur Stadtbefestigung, 1535 (vermutlich Einfluß auf Schickhardts Plan für Schloß Freudenstadt, 1599);
Graz: Bebauungsplan der Stadt nach Großfeuer, 1540 Ausstattung eines Stadtschlosses mit Basteibefestigung nach italienischer Art, 1543 , fortgeführt 1557
Bereits 1543 erhielt er die Aufgabe, unter Aufsicht des Kapitäns für die Steiermark und Befehlshabers der slawonischen Grenze, Graf Ungnad, die Befestigungen von Graz und Warasdin (Varazdin) zu erneuern.
Er wird laut Thieme Becker 1544 als „ paumeister aus Kärnten “ erwähnt.
Graz, Festungsplan, 1544
Mitarbeit an der Befestigung der Stadt Wien, 1544
Er arbeitete vorwiegend in Klagenfurt, Wien, Radkersburg und Graz, wo er 1545 Generaldirektor der städtischen Festungsanlagen, einschließlich der von Marburg ( 1554 dort tätig), Radkersburg 1555 , Pettau (Ptuj) und Fürstenfeld wurde.
Laut Hrvatski Biogr. Leksikon (Mira Ilijanic, Varazdin) 1544 auf Beschluß König Ferdinand I Oberbaumeister für Innerösterreich und die slawonisch-kroatische Grenze mit dem Titel eines lebenslangen Superintendenten der Grenze.
Laut Thieme Becker kaiserlicher Baumeister der 5 innerösterreichischen Lande.
Seine Verwandten und oberitalienischen Mitarbeiter, die er mit sich gezogen hatte, werden als „ servitori del Magistro Domenico “ erwähnt.
1547 Petition an Kaiser Ferdinand I, um gegen die Unterdrückung der Intelveser durch Graf Franchino Rusca, dem Feudalherren des Valle Intelvi, Gerechtigkeit zu erlangen, die Allio mit kaiserlichem Reskript vom 28. 4. 1547 gewährt wurde.
1553 „Oberbaumeister der kroatischen und windischen Ortsflecken“, laut Saur.
1555 von König Ferdinand I als „Oberbaumeister der kroatischen und windischen Ortflecken“ mit einem Monatssold von 30 rheinischen Gulden bestellt, laut Thieme Becker.
Graz, Prunktreppe an der (zerstörten) Süd - Front der Burg, 1554 (1854 abgetragen)
Kapelle im St. Egidiendom, 1554
Hoforatorium, 1554
Admonter Hof, West Flügel, 1555
Landhaus in der Herrengasse, 1556-63 , bis 1565 Baufortführung durch Allios Schule, vermutlich seine Brüder Gianmaria und Andrea Allio sowie durch F. und A. Marmori aus Ponna/Valle Intelvi (bedeutendster Renaissance Bau der Steiermark in der Art eines lombardischen Palazzos mit Arkadenhof) Neuhaus an der Donau: Schloß, Plan des 1554-63 erbauten Renaissance – Flügels und Turnierhofes (Modell, zusammen mit Tischler Bartholomäus von Bellemy, 1553)
Am 22. 6. 1558 verlieh ihm und seinen Nachkommen Kaiser Ferdinand I. ein Adelspatent als „ architector et artifex insignis, Edler des Königreiches Böhmen “.
Im Sommer 1563 soll Allio bei einer Inspektion der kroatischen Festungsanlagen ermordet worden sein.
Im Pfarrmuseum von Scaria befindet sich das von der Wölbung des Ahnenhauses entfernte Bildnis von Allio.
Allio hatte für die Baukunst des 16. Jahrhunderts südlich der Alpen große Bedeutung als Doyen einer Schule von über 100 Comasken (Baumeister aus Lugano und Como, meist Verwandte der Familie), die er mit sich gezogen hatte und die im 16. Jahrhundert an vielen Festungen gegen die Türken und anderen Bauwerken in Österreich, Kroatien und Slawonien arbeiteten.
Neben seinen Kenntnissen in der Fortifikation – er war einer der bedeutendsten Techniker und Ingenieure der Kriegsbaukunst seiner Zeit – kontrollierte er für Graf Ungnad unter anderem Bauarbeiten an Befestigungen in Kopreinitz (Koprivnica), Kreuz (Krizevci) und Festung Ivanic (Ivanicgrad) und trug besonders mit dem Bau des Grazer Landhauses und Arbeiten an der Festung Warasdin zur Verbreitung oberitalienischer Renaissanceformen in der Steiermark und im nördlichen Kroatien bei (besonders Biforien und Triforien, die typisch für ihn sind und bis heute „dell-Allijev-Fenster“ genannt werden).
1640 ? Kremsmünster, Gartenhaus, „Moschee“
4. FAMILIEN-,
FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS
Sohn des 1520 in Radkersburg (Radgona) tätigen Maurermeisters Martino Allio.
Bruder von Gianmaria Allio und Baumeister Andrea Allio.
Einer seiner Auftraggeber war Graf Ungnad. |
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| 5.
WERK (OBERÖSTERREICH)
5.1 Kremsmünster
Gartenhaus, „Moschee“, 1640/41, laut Hootz und Litschel
Gartenhaus, „Moschee“, 1640, von „Jak. Hallius (Allio?)“ Zitat Dehio und Wutzel
(laut Saur und Thieme Becker sind die Lebensdaten *1515 +1563) |
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| 6.
ABBILDUNGEN
Kremsmünster, Gesamtansicht, Moschee entnommen aus: WUTZEL Otto, Landesausstellung 1200 Jahre Kremsmünster |
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| 7.
BIBLIOGRAPHIE
THIEME BECKER VOLLMER, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler, Band 1, Engelmann Verlag, Leipzig 1907
DEHIO – Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, 2.Band Österreich Wien/Niederösterreich/Oberösterreich/Burgenland Berlin Wien 1935
DEHIO – Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler in der Ostmark, Berlin Wien 1941
SAUR, Allgemeines Künstler Lexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Band 2, München 1992
AKL, Allgemeines Künstler Lexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Band 2, 1. Auflage, Seemann Verlag, Leipzig 1986
MORPURGO Enrico Gli artisti italiani in Austria, Vol II secolo XVII, Roma 1962
LITSCHEL Rudolf Walter, Kunststätten in Oberösterreich, 3. Auflage, Landesverlag Linz 1977
LITSCHEL Rudolf Walter, WIDDER E. Kremsmünster, 1200 Jahre Benediktinerstift 2. Auflage, Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976
HOOTZ Reinhard, Kunstdenkmäler in Österreich, Oberösterreich/Niederösterreich/Bugenland,
Deutscher Kunstverlag, Berlin 1967
WUTZEL Otto, Landesausstellung 1200 Jahre Kremsmünster 3. Auflage, Linz 1977
GRIMSCHITZ Bruno, St. Florian/Wilhering/Kremsmünster K. R. Langewiesche Nachfolger, Königstein im Taunus 1958
©Elisabeth Reichl, November 2004
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