|
|
Start > Künstler >
Künstlerverzeichnis > Allio, Paolo de |
|
|
|
|
|
|
1.
ALLIO, Paolo de Aglio, Alio, D'Allio, Alo; (Johann Paul,
Paoli, Paulo, Pauly);
|
| |
|
2.
BERUFSBEZEICHNUNG
Stukkateur |
| |
|
3. BIOGRAPHIE
* 1655 in
Scaria, + 6.2.1729 in Scaria
De Allio wurde laut Saur von seinem Onkel Giovanni Battista Carlone
ausgebildet.
Er wurde 1681 in den Passauer Dombauakten als "Gevollmächtigter"
und "Consorten" Carlones genannt. Später arbeitete
De Allio als "Impressario" seines Onkels
bis 1704, und danach in gleicher Position für dessen Sohn
Diego Francesco Carlone.
Passau, Kuenburgischer Kanonikalhof, 2 Säle und 4 Zimmer,
Stuckdekoration, 1681
laut Saur das erste bezeugte selbständige Werk De Allios
Passau, Dom, 1681-88, zusammen mit G. B. Carlone
Passau, ehemalige Hofkapelle, Innendekoration, 1687/88, nicht
erhalten
Gartlberg bei Pfarrkirchen, Wallfahrtskirche, Chorgewölbe
und Hochaltar, 1688-90
Vöcklabruck, St. Ägidienkirche, Altäre, 1690
Reichersberg, Chorherrenstift, Sommerrefektorium, 1694
Waldsassen, Abteikirche, um 1696
Amberg, Salesianerinnenkloster, 17 Zimmer und Zellen,
zusammen mit G. P. Camuzzi, 1696-98
Amberg, Paulanerkloster, Refektorium, um 1700
Straubing, Karmeliterkirche, Innendekoration, zum Teil erhalten,
1701/02
2 Altäre, 1702/05, selbständig
Amberg, Weinzierlische Kapelle, um 1702, zusammen mit G. B. Carlone
Amberg, Wallfahrtskapelle Mariahilf, Dekoration des Langhausgewölbes,
1702-04
Salzburg, Kolleginnenkirche, Gesamtdekoration, 1705/06,
zusammen mit D. F. Carlone, wie alle Arbeiten bis 1715
Rattenberg, Servitenkirche, Chorgewölbe, Altäre, Kanzel,
1707
Salzburg, Schloß Klesheim, 1708-10
Lambach, Gruftkapelle des Klosters, Altar, 1710, nicht erhalten
Stiftskirche, Hochaltarbekrönung und Tabernakel, 1712-15
Linz, Karmeliterkirche, 1710-15
Passau, Dom, 2 Orgelchöre im Querhaus, 1715, im 19.Jh. beseitigt
Passau, Bischofsoratorium - Aufgang, Figur der Johann Nepomuk,
1715
Passau, Alte Residenz, Zengerhoftrakt, Audienz Zimmer und Antikamera,
um 1716
Passau, Stiftskirche St. Nikola, 1716/17, zusammen mit G. B. Allio
Amberg, Wallfahrtskapelle Mariahilf,
Pfeilerstatuen, Dekoration der Seitenkapellen und des Singchors,
1717
St. Florian, Chorherrenstift, 3 Zimmer, Kapelle im neuen Konventflügel,
1717/18
Passau, ehemaliges Jesuitenkolleg, Treppenhaus, vor 1718
Thyrnau, Schloß, Saal, 4 Zimmer, 1718, eventuell zusammen
mit G. B. Allio
Kremsmünster, Stiftskirche, Wintersakristei, 1721, eventuell
zusammen mit D. F. Carlone
Wels, Palazzo Tilly, Zimmer, 1721
Linz, Deutschordenskirche und Treppenhaus sowie Vestibül
der Kommenden
Stuckierung unter Oberleitung von J. L. von Hildebrandt, 1721/22
sein letzter großer Auftrag im deutschsprachigen Raum
Der einsetzende Rückgang an Aufträgen für die ehemals
vielbeschäftigte
Carlone-Werkstatt machte Allios Tätigkeit als deren "Gewaltträger"
hinfällig und zwang
den alternden Meister, seinen Lebensunterhalt durch eigenunternehmerische
Stuckarbeiten zu bestreiten.
Nach 1723 zog er sich völlig nach Scaria zurück, wo
er nur noch die Raumzier in der
Casa De Allio schuf (Zuschreibung Saur).
4. FAMILIEN-,
FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS
Sohn des Giovanni
Battista Allio
Neffe des Giovanni Battista Carlone (Stukkateur, ab 1675 in Passau
tätig)
In den Wintermonaten kehrte Allio meist nach Scaria zurück
wo er 1679
Domenica Carlone di Sebastiano heiratete
(laut Saur die Schwester der Ehefrau des Donato Felice Allio).
1680 wurde Tochter Caterina Francesca geboren
(später Ehefrau des Architekten Domenico de Angeli)
1689 Tochter Maria Maddalena
(später Ehefrau des Tommaso Giuseppe Luraghi und
Mutter des Stukkateus Giovanni Martino Luraghi)
1690 wurde Sohn Giovanni Battista und 1697 Sebastiano Domenico
geboren.
Beide Söhne wurden Stukkateure und schlossen sich 1715 als
Allio in Passau
ansässig wurde, der väterlichen Werkstatt an, und traten
ab 1720 selbständig auf. |
| |
| 5.
WERK (TIROL)
5.1 RattenbergServitenklosterkirche
im Langhaus Stukkaturen gemeinsam mit Diego Francesco Carlone,
urkundlich erwähnt
Kanzel, 1707, urkundlich erwähnt
im kuppelgewölbten Chor reiche Laubwerkstukkaturen, um 1710,
urkundlich erwähnt
monumentaler Hochaltar aus rotem Marmor, Anfang 18. Jh. (von Dehio
zugeschrieben)
im Sch. Linker Altar der Sieben Schmerzen mit gleichzeitigen Statuen,
Anfang 18. Jh.
Eccehomo Kapelle
Stukkaturen in den Zwickeln und an der Empore, Anfang 18. Jh.
Klostergebäude
in der ehemaligen Bibliothek Putten mit Tugendsymbolen, urkundlich
erwähnt
WERK (OBERÖSTERREICH)
5.1
Gartlberg bei PfarrkirchenWallfahrtskirche, Chorgewölbe
und Hochaltar, 1688-90 Stuckmarmoraltar, 1689
5.2 VöcklabruckSt. Ägidienkirche, Altäre,
1690
5.3 ReichersbergChorherrenstift, Sommerrefektorium, 1694
5.4 LambachGruftkapelle des Klosters, Altar,
1710, nicht erhalten Stiftskirche, Hochaltarbekrönung : Dreifaltigkeitsgruppe
mit Engeln und Gewölk aus Stuck zusammen mit Diego Francesco
Carlone 1712-15. Tabernakel, laut Reclam nur Entwurf, Ausführung
von dem Halleiner Steinmetz Niclas Wendlinger 1714ff.
5.5 LinzKarmeliterkirche, Stuck gemeinsam mit Diego Francesco
Carlone, 1710-15
5.6 St. FlorianChorherrenstift, Saletta, Wohnzimmer,
Schlafzimmer und Hauskapelle des Propstes im neuen Konventflügel,
1717/18
5.7 KremsmünsterKremsmünster, Stiftskirche,
Wintersakristei, 1721, eventuell zusammen mit D. F. Carlone
5.8 WelsPalazzo Tilly, Zimmer, 1721
5.9 Linzehemalige Deutschordenskirche jetzt Seminarkirche
Hl. Kreuz zartes Laub- und Bandelwerk, Wand- und Deckenstuckatur
Treppenhaus sowie „Vestibül der Kommenden“
Stuckierung unter Oberleitung von J. L. von Hildebrandt, 1721/22
sein letzter großer Auftrag im deutschsprachigen Raum |
| |
|
6. ABBILDUNGEN
(OBERÖSTERREICH)
5.6. St. Florian, Hauskapelle
entnommen aus : KORTH Thomas, Stift St. Florian |
| |
| 7.
BIBLIOGRAPHIE
DEHIO - Handbuch,
Die Kunstdenkmäler Österreichs, Tirol,
Wien 1980
SAUR, Allgemeines Künstler Lexikon. Die bildenden Künstler
aller Zeiten und Völker,
Band 2, München 1992
THIEME BECKER VOLLMER, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler,
Band 1, Leipzig 1907, Engelmann Verlag
ÖKM, Österr. Künstlermonographien, Das Tiroler
Unterland, Band 6
Erich Egg
Salzburg 1971
HELMUT KRONTHALER
Profane Wand- und Deckenmalerei in Süddeutschland
im 16. Jh und ihr Verhältnis zur Kunst Italiens
tuduv Verlag, München 1992
sowie:
DEHIO – Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, 2.Band Österreich Wien/Niederösterreich/Oberösterreich/Burgenland Berlin Wien 1935
DEHIO – Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler in der Ostmark, Berlin Wien 1941
SAUR, Allgemeines Künstler Lexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Band 2, München 1992
AKL, Allgemeines Künstler Lexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Band 2, 1. Auflage, Seemann Verlag, Leipzig 1986
MORPURGO Enrico Gli artisti italiani in Austria, Vol II secolo XVII, Roma 1962
LITSCHEL Rudolf Walter, Kunststätten in Oberösterreich, 3. Auflage, Landesverlag, Linz 1977
HOOTZ Reinhard, Kunstdenkmäler in Österreich, Oberösterreich/Niederösterreich/Bugenland, Deutscher Kunstverlag, Berlin 1967 RECLAM – Kunstführer Österreich, Band 1 Wien, Nieder- und Oberösterreich, Burgenland
Philipp Reclam jun., Stuttgart 1961
WUTZEL Otto, Landesausstellung 1200 Jahre Kremsmünster 3. Auflage, Linz 1977
GRIMSCHITZ Bruno, St. Florian/Wilhering/Kremsmünster K. R. Langewiesche Nachfolger, Königstein im Taunus 1958
WIDDER Erich, 900 Jahre Lambach Lambach 1956
KRAMML Peter F., Das Kloster Lambach im Spätmittelalter Landesausstellung, Lambach 1989
WUTZEL Otto, Das Chorherrenstift St. Florian Rudof Trauner Verlag, Linz 1971
KORTH Thomas, Stift St. Florian Die Entstehungsgeschichte der barocken Klosteranlage Verlag Hans Carl, Nürnberg 1975
©Elisabeth Reichl,
Oktober 2004 |
|