A I A
  back
Start   > Künstler   > Künstlerverzeichnis  > Callegari, Alessandro
Institut für Kunstgeschichte Innsbruck
A B C D E F G H J K L M O P R S T U V W Z

 

CALLEGARI, Alessandro

 

1. CALLEGARI, Alessandro Caligari

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Bildhauer

3. BIOGRAPHIE

Brescia um 1770/05, gest. ? um 1770
Sterbeort unbekannt. Callegari stammt aus einer italienischen Bildhauerfamilie (SAUR, 15, 1997, 596f). Er ist Sohn des Holzschnitzers Sante (Santo) Callegari d.ä. Callegari arbeitete außer in Italien für längere Zeit in Deutschland, wo er sich eine Frau nahm (DBI, 16, 1973,734f) mit der er vier Kinder hatte. Aufenthaltsorte und Werke in Deutschland sind nicht bekannt. Ab 1728 arbeitete er als Bildhauer und Stuckateur in Innsbruck am Neubau des Landhauses unter Baumeister Georg Anton Gumpp, zusammen mit Francesco Serena und Guiseppe Mini. Hier fertigte er die Embleme der Stände an der Fassade des Landhaues und die Stuckaturen im Sitzungssaal (Saur, 15, 1997, 597).

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Alessandro Callegari ist Sohn des Sante (Santo) Callegari, des Stammvaters der Bildhauerfamilie, Alessandros Söhne sind die Bildhauer Giovanni-Battista, Gaetano, Paolo und Gelfino. Alessandro arbeitete z.B. mit Gelfino an vier Statuen für den Dom zu Bergamo. Mit seinem älteren Bruder Antonio arbeitete er in Italien intensiv zusammen, sodass beider Hände oft schwer zu trennen sind.
In Innsbruck fertigte Callegari am Landhaus die vier Embleme unter dem Giebel und die Stuckaturen des Sitzungssaales. Auftraggeber war die Landschaft von Tirol (das sind die vier Land-Stände Tirols: Adel, Klerus, Bürger und Bauern.), die den Bau durch Georg Anton Gumpp 1725 - 1732 errichten ließ. Die allegorischen Embleme der vier Landstände in der Gebälkszone des Mittel-Risalits als wesentliche Teile des anspruchsvollen ikonographischen Programmes, sowie die Stucki des Sitzungssaales wurden von Alessandro Callegari, zusammen mit Francesco Serena und Giuseppe Mini ab 1728 ausgeführt. (Krapf 179, 182).

 
5. WERK (in Tirol)

5.1 Stuckaturen in der Gebälkszone des Landhauses in Innsbruck. Ab 1728 wurden die vier Embleme der vier Tiroler Landstände in der Gebälkszone hergestellt.
Mit der Ausführung der Stuckaturen in der Gebälkszone wurde 1728 die Außenseite des Landhauses fertiggestellt.
Alessandro Callegari fertigte zusammen mit seinen italienischen Mitarbeitern Francesco Serena und Giuseppe Mini die Embleme der vie Landstände. Sie sitzen über den Kapitellen der vier Kolossalpilsaster des Mittel-Risalits, in der Gebälkszone. Es sind vier Felder, bestehend aus aussagekräftigen Attributen. Die inneren sind dem Adel und der Geistlichkeit gewidmet: Die Attribute des geistlichen Standes sind Kruzifix, Leuchter, je zwei Bischofsmützen und -stäbe (für Brixen und Trient) ferner Ampel, Rauchfass und Halskette.
Dem Adel sind die Attribute Helm mit Helmbusch, Halskette, Schwert und Kanonen, eine Türkenmaske, Turban und ein Stern zugewiesen (Landesverteidigung und Sieg über die Türken symbolisierend).
Der Bürgerstand (links außen) hat die Attribute: Stoffballen, Füllhorn mit Geldstücken, Geige, Statue, Bild, Halskette, Kreuz und Griffe von Waffen (Sie symbolisieren Handel, Wohlstand, Mäzenatentum, sowie die Verbindung zu Kirche und Adel).
Der Bauernstand (rechts außen) wird dargestellt durch Getreidegarben und Früchte in einem Korb, sowie ein Rad.
Die vier Embleme stehen sinnbildlich für Zweck und Auftrag des Landhauses, nämlich das Zusammenwirken der vier Landstände zum Wohle des Landes.

5.2 Stuckaturen im Sitzungssaal des Landhauses, zusammen mit Giuseppe Mini (Saur Bd. 15, 1997, 596f.)

6. ABBILDUNGEN

5.1 Gebälkszone und Giebel des Landhaus Risalits. Bildnachweis: Abb. 227: Innsbruck, Landhaus, 2. Obergeschoss mit Giebel (Kat. 75) in Krapf 1979.
5.2 Innsbruck, Landhaus, Saal. Bildnachweis: (Kat 75) in Krapf 1979.

7. BIBLIOGRAPHIE

DEHIO-Handbuch; Die Kunstdenkmäler Österreichs; Tirol; Wien 1980,
Dizionario biografico degli Artisti Italiani, Bd. 16, Roma 1973, DEHIO-Handbuch; Die Kunstdenkmäler Österreichs; Tirol; Wien 1980,
Krapf, Michael; Die Baumeister Gumpp, Wien - München, 1979,
Saur. Allgemeines Künstlerlexikon; Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 15, München-Leipzig 1996,

©Zauchner Dietmar , April 2002

A I A