|
|
Start
> Künstler >
Künstlerverzeichnis >
Canaz, Bernhard |
|
|
|
|
|
|
1.
CANAZ, Bernhard
|
|
|
2.
BERUFSBEZEICHNUNG
Steinmetz
|
|
|
3. BIOGRAPHIE
Comer-See?
(Saur 16, 1997, 105; Weingartner 1921, 4).
Über Geburtsort und -jahr sowie Sterbeort und -jahr fehlen
die Angaben. Bernhard Canaz wurde als Steinmetz für den Bau
der Hofkirche nach Innsbruck geholt. Er ist erstmals fassbar 1557
in Rattenberg, wo er aus dem dort anstehenden roten Marmor die
Freisäulen für die Hofkirche fertigte (Egg 1957, 169).
Für Mauerwerk und Pflaster der Hofkirche erhielten Bernhard
Canaz und Marco (Marx della Bolla, seit 1558 Hofwerkmeister in
Innsbruck, 1561 die Summe von 550 Gulden. (Egg 1974, 68). Über
weitere Tätigkeiten des Künstlers in Österreich
ist nichts bekannt.
4. FAMILIEN-,
FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS
Über
die Familie oder den Freundeskreis des Berhard Canaz ist nichts
bekannt. Er führte zusammen mit Marco (Marx) della Bolla
Steinmetz- und Maurerarbeiten für die Hofkirche in Innsbruck
aus. (Egg, 57, 169; Egg, 1974, 68) .
Die Leitung über die Innenausstattung aus Marmor hatte der
Niederländer Jörg an der Werdt aus Brügge, der
für Säulen samt Postamenten und Kapitellen 4527 Gulden
erhielt. (ÖKT. XLVII 1986, 242). Canaz della Bolla und van
der Werth stellten also 1557 die Säulen her, wobei Werth
die Kapitelle vielleicht selbst oder zum Teil ausgeführt
haben dürfte (ÖKT XLVII 1986, 272).
Die Gesamtleitung über den Bau hatte der Innsbrucker Werkmeister
Nikolaus Türing und nach dessen Tod 1558 Marco della Bolla
als neuer Werkmeister.
Die Verwendung italienischer Künstler für den Bau der
Hofkirche in Innsbruck entsprach der Absicht König Ferdinands
I., der für das Grabmal Maximilian I. einen Bau in der neuen,
palladianischen Stilrichtung verwirklichen wollte. (Fidler, 1987,
77-84).
|
| |
| 5.
WERK (in Tirol)
Hofkirche
in Innsbruck: Säulen, Stufen, Steinpflaster und Mauern (Gewölbe).
Bernhard Canaz arbeitete mit dem komoskischen Steinmetzen und
Baumeister Marco della Bolla in Rattenberg unter Leitung des Niederländers
Jörg Van der Werth. Aus dem dort vorkommenden roten Marmor
entstanden die Freisäulen, und aus weißem Marmor aus
Sterzing die stilisierten korinthischen Kapitelle für die
dreischiffige Hofkirche (DEHIO Tirol, 1980, 11; Egg, 1957, 169).
(Bild 6.1)
Es ist der früheste große Kirchenbau von Italienern
in Österreich (Saur, 16, 1997, 105, in Bezug auf Wagner Rieger
1959). Nachdem Marco della Bolla 1558 zum Werkmeister bestellt
war, arbeitete Canaz unter dessen Leitung. 1559 wurde der Kreuzgang
des Neuen Stiftes und bis 1561 das Kirchenschiff eingewölbt
(Saur 12, 1996, S 105). Im selben Jahr erhielten Bolla und Canaz
für Mauerwerk und Pflaster aus weißen (Sterzinger Marmor)
und schwarzen (Schwazer Dolomit) Marmorplatten die Summe von 550
Gulden. (Egg, 1974, 68).
|
|
| 6.
ABBILDUNGEN
5.1.
Innsbruck, Hofkirche gegen den Chor. Bildnachweis: BDA, I. Kirchhof.
|
|
| 7.
BIBLIOGRAPHIE
DEHIO-Handbuch,
die Kunstdenkmäler Österreichs, Tirol, Wien 1980, 11.
Egg, Erich. Die Hagauer Steinmetzen, in Der Schlern; Zeitschrift
für Heimat- und Volkskunde, Bd. 31, Bozen 1957.
Egg, Erich. Die Hofkirche in Innsbruck, Innsbruck 1974.
Fidler, Peter. Die Hofkirche in Innsbruck; Das Kunstwerk als Ergebnis
eines politischen Kampfes: Österreichische Zeitschrift für
Kunst- und Denkmalpflege, Heft 3/4, Wien 1987.
ÖKT.Österreichische Kunsttopographie. Die Kunstdenkmäler
der Stadt Innsbruck, Bd. XLVII, Wien 1986.
SAUR. Allgemeines Künstlerlexikon. Bd. 16, München-Leipzig
1997.
Wagner-Rieger, Renate. Zit. in SAUR, Bd. 12, München-Leipzig
1996, 388, in Arte e Artisti die laghi lombardi, Como I 1959.
Weingartner, Josef. Die Kunst in Tirol, Sonderband 1, Innsbruck
1921.
©Zauchner
Dietmar , Mai 2003
|
|