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Carlone, Pietro Francesco |
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CARLONE, Pietro Francesco |
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1. CARLONE, Pietro Francesco
(Peter Franz); Carlon; Carlöni;
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2.
BERUFSBEZEICHNUNG
Baumeister, Architekt
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3. BIOGRAPHIE
* ?,?, 1607 vermutlich in Scaria/Val d´Intelvi oder vor Röthelstein (Stmk.), + ?,?, 1680 in Garsten (?) oder nach 1681 (Bruche, S.20).
Nach dem Tod des in Leoben ansässigen Vaters Pietro (Peter) Carlone im Jahr 1628 folgt er diesem ins Baugewerbe und erbt den heimatlichen Besitz in Scaria. Ab ca. 1630 ist Carlone in Röthelstein bei Frohnleiten ansässig und betreut von hier aus die innerösterreichischen Aufträge in Kärnten und in der Steiermark, bis er anlässlich des Neubaus der Passauer Jesuitenkirche um 1665 dorthin übersiedelt. Von da an übernimmt er verstärkt auch Bauten in Oberösterreich. Erste größere selbständige Arbeiten liegen nach 1630 und betreffen das Klostergebäude in Gurk und Göss. In St.Georgen am Längsee (Kärnten) deutet er bereits ein Gesamtkonzept einer Klosteranlage an, das er später in Schlierbach (Oberösterreich) verwirklicht. Damit war wahrscheinlich Seckau (Steiermark) vorausgegangen, das ihn vermutlich in der Nachfolge des Vaters, von allen Klöstern am längsten beschäftigt. Die Jesuitenkirche in Leoben eröffnete eine Reihe von Sakralbauten für verschiedene Orden in Passau, Linz, Garsten und Schlierbach. Ihre gleichartige Raumstruktur wurde als „Carlone-Kirche“ apostrophiert, wobei das Phänomen ihrer Dekoration vom architektonischen Aspekt zu trennen ist. (Saur S.446f)
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4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS
Pietro Francesco Carlone stammt aus der Architekten-, Baumeister-, Bildhauer-, Steinmetz-, Stukkateur- und Malerfamilie Carlone aus Scaria/Val d´Intelvi, die bis ins 14.Jahrhundert zurückverfolgbar ist. Ende 15.Jahrhundert wird ein Zweig in Rovio/Mendrisiotto sesshaft und ist danach vor allem in der Lombardei und Ligurien tätig. Dort sind sie als magistri Antelami maßgeblich an der baulichen Erneuerung Genuas im Quatrocento beteiligt. Ab dem 16.Jahrhundert arbeiten die Carlone vor allem nördlich der Alpen und sind als „artisti die laghi“ aus dem Gebiet der Seen um Como Ceresio geschätzte Dekorateure, die in ganz Europa in den seit dem 30jährigen Krieg für sie offenstehenden Werkstätten Arbeit finden. Es etablieren sich weitere Familienzweige in der Steiermark, Linz, Wien, Süddeutschland, Böhmen, Ungarn, Spanien und Portugal. (Saur S.431)
Die Familie arbeitet zumeist im Verband der eigenen Familie oder der eng mit ihnen verwandten, verschwägerten oder befreundeten Familien, vor allem den Allio, Colomba, Lurago, Spazio und anderen Bauhandwerker-Familien aus dem Intelvi-Tal. Pietro Francesco Carlone ist Vater des Baumeisters Carlo Antonia C. und des Stukkateurs und Bildhauers Giovanni Battista C. (Saur S.446f) |
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| 5.
WERK (OBERÖSTERREICH)
5.1. Garsten: ehemaliges Benediktinerstift: Klosterkirche 1677 (heutige Pfarrkirche)
Nach Abbruch der alten Kirche wurde Carlone 1677 mit dem Neubau beauftragt. Carlone entwarf die Pläne zur Stiftskirche in Garsten, die seine Söhne Carlo Antonio (Bau) und Giovanni Battista (Stuck) 1685 fertig stellten (ÖKL , Riesenhuber S.222). Als unmittelbares Vorbild ist die Jesuitenkirche von Linz zu sehen. Die 1693 geweihte Kirche ist eine der bedeutenden Leistungen des Barock der 2.Hälfte des 17.Jahrhunderts in Österreich. Die Kirche besteht aus einem hohen vierjochigen, stichkappentonnengewölbten Langhaus mit beiderseits drei Kapellen mit darüber liegenden Emporen und einem eingezogenen zweijochigen stichkappentonnengewölbten Chor mit geradem Abschluss.
5.2. Linz: ehemalige Jesuitenkirche Heiliger Ignatius 1669-78
Der Kirchenbau wurde 1669 begonnen und 1674 war der Rohbau vollendet, 1676 Stuckierung und 1678 wurde die Kirche geweiht. Pietro Francesco gilt vermutlich als Architekt (Dehio S.167). Die Verwandtschaft zu dessen Stiftskirche in Garsten ist auffällig. Bei der Kirche handelt es sich um ein einschiffiges vierjochiges Langhaus mit Tonnengewölbe und Stichkappen, je drei längsgerichtete Seitenkapellen mit Emporen und einem eingezogenen gerade geschlossenen zweijochigen Chor. Die Schauseite zeigt zwei wuchtige Türme deren Turmhauben 1805 anstelle von Zwiebelhelmen errichtet wurden.
5.3. Schlierbach: Zisterzienserkloster : Gebäude und Kirche ca.1671-80
Von 1674-1678 erbaute P. F. Carlone die Abteikirche zu Schlierbach (Riesenhuber S.222).
Die Klosterkirche erbaute P. F. Carlone 1679-1685 (Riesenhuber S.370).
Die Stiftskirche Mariae Himmelfahrt und Heiliger Jakobus wurde unter Abt Benedikt Rieger 1680-1683 nach dem Entwurf vom Baumeister Pietro Francesco Carlone errichtet, fertiggestellt von seinen Söhnen Carlo Antonio Carlone (Bau) und Giovanni Battista Carlone (Stuck) (Dehio S.307) .
Die Kirche hat große Ähnlichkeit mit der Kirche von Garsten, jedoch von geschlossener Raumwirkung.
Dabei handelt es sich um ein einschiffiges vierjochiges stichkappentonnengewölbtes Langhaus mit beiderseits drei platzgewölbten Seitenkappen in den drei östlichen Jochen, darüber tonnengewölbte Emporen. Der zweijochige stichkappentonnengewölbte Chor hat einen geraden Abschluss. |
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ABBILDUNGEN |
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BIBLIOGRAPHIE
BRETSCHNEIDER, S.76-86
BRUCHER, Günther: Barock-Architektur in Österreich, Köln 1983
BRUCHER, Günther: Die Kunst des Barock in Österreich, Salzburg und Wien, 1994
Das Zisterziensersift Schlierbach im Kremstale, v. Stiftsmitglied im Selbstverlag des Stifts, Linz 1920, S.85
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DEHIO-Handbuch, Oberösterreich, 1977, S.167
KEPLINGER, Schlierbach, Linz, 1990
KUNSTDENKMÄLER IN ÖSTERREICH, Ein Bildhandbuch, Ö.O München-Berlin 1965/68
KOHLBACH, Baumeister, 1961
KORTH, T.: Stift St.Florian, Nü 1975, S. 56
LINDNER, S.352
LORENZ, Hellmut: Geschichte der bildenden Kunst in Österreich, 1999, S.222, 244f, 417
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STURM, Johann: Oberösterreich 18:1968 (1) 7-13
STURM, Johann: Beiträge zur Architektur der Carlone in Österreich Band 2, Diss., Wien 1969
THIEME, BECKER: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler, Band 6, Leipzig 1911
WICHNER, J.: Kloster Admont in Steiermark und seine Beziehungen zur Kunst, Wien 1888, S.36
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| © Lisbeth Mikula, 2005 |
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