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WERK (SALZBURG)
5.1 Passau, Braunau und Ranshofen
Über Jakob Simon Lambertis Arbeiten in oben genannten Orten ist fast nichts belegt. Die einzige Ausnahme bildet ein Beschwerdebrief eines Konkurrenten Lambertis, der darin Fassarbeiten in Passau, Braunau und Ranshofen nennt, die um die Jahrhundertwende gearbeitet worden sind (siehe Punkt 5.3). Nach Hoffmann fasste Lamberti 1696/97 Kanzel und Oratorium der Kirche in Feldkirchen bei Mattighofen sowie die in den Jahren 1697-99 erneuerte Inneneinrichtung der Augustinerklosterkirche Ranshofen (Hoffmann 1991, S. 403).
5.2 Golling, Pfarrkirche hll. Johannes d. T. und Ev.
Jakob Simon Lamberti fertigte 1707 das erste Blatt des Hochaltares, welches heute nicht mehr erhalten ist und fasste zusammen mit seinem Sohn den Hochaltar der Pfarrkirche Golling (Hoffmann 1991, S. 385, 400) sowie den linken Seitenaltar. Für die Fassung des Hochaltars erhielt er 50 fl. (ÖKT XX 1927, S. 72). Der Altar wurde in späterer Zeit mehrmals überstrichen bzw. verändert und zeigt heute nicht mehr die Fassung der Lambertis.
Außerdem fertigte Lamberti das linke Seitenaltarblatt mit dem hl. Kajetan (siehe Abb. 1) , der vor der Madonna mit Kind kniet (ÖKT XX 1927, S. 72; Dehio 1986, S. 121; Reclam 1968, S. 134; ÖKT XI 1916). Einzig Hoffmann (1991, S. 387) ist sich einer sicheren Zuschreibung durch Stilkritik unschlüssig, spricht sich aber auf Grund der Quellen, die besagen, dass Lamberti im Jahr 1707 6 Gulden für das Blatt bekam, trotzdem dafür aus. In der oben genannten Literatur wird bis auf eine Ausnahme als Entstehungsjahr das Jahr 1707 angenommen, nur im Dehio-Handbuch (1986) findet man das Jahr 1717 angegeben. Das Altarbild zeigt den hl. Kajetan in Wolken vor der thronenden Madonna mit Kind kniend und von Putten umgeben. Am Boden lagern Kranke und Sterbende. Kajetan gilt als der Gründer des Theatinerordens und wurde 1671 heiliggesprochen. Die Seitenaltäre werden auf das Jahr 1750 bzw. 1755 datiert (Reclam 1968, S. 134), so dass man annehmen kann, dass das schon früher entstandene Altarbild von Lamberti wiederverwendet wurde. 1709 bzw. 1710 wurde die Empore verlängert (Dehio 1986, S. 121) und von Lamberti um 26 Gulden neu gefasst (Hoffmann 1991, S. 384, 400; ÖKT XX 1927, S. 72).
5.3 Kuchl, Pfarrkirche hll. Maria und Pankraz
Wie in der Biografie erwähnt, hatte Lamberti als Gollinger Maler das Vorrecht, in sämtlichen zum Pfleggericht Golling gehörenden Filialkirchen beschäftigt zu werden. Daher bewarb er sich 1709 um die Fassung des neuen Hochaltars in Kuchl, obwohl diese Arbeit schon 1708 dem Salzburger Maler Johann Martin Schaumberger versprochen worden war, der auch den Hochaltar entworfen hatte. Auf Grund der Bewerbung Lambertis an das Salzburger Konsistorium, in der er seine in den Niederlanden erlernte Kunstfertigkeit anführt, ist uns heute wenigstens ein kleiner Teil seiner Ausbildung dokumentiert. Lamberti bot seine Fassarbeit um die Hälfte billiger als sein Konkurrent Schaumberger an, da er anstatt Feingold das günstigere Waschgold benutzte. Schaumberger beschwerte sich über den entzogenen Auftrag und konterte, dass das von Lamberti bereits in Passau, Braunau und Ranshofen verwendete Gold auf Dauer ohne Bestand sei. Durch diese schriftlichen Quellen sind uns zugleich Lambertis Arbeiten in Passau, Braunau und Ranshofen überliefert. Er erhielt trotz der Beschwerde Schaumbergers den Auftrag den Hochaltar der Kuchler Pfarrkirche zu fassen und bekam dafür 1.774 Gulden. Der Altar fiel 1855 der Regotisierung zum Opfer (Hoffmann 1991, S. 401).
Nachdem er mit seiner Fassarbeit die Auftraggeber sehr zufrieden gestellt hatte, wurde er 1718 sogar noch mit dem Entwurf eines neuen Kanzelhutes betraut (siehe Abb. 2). Ein Riss (600 x 390 mm, braun lavierte Federzeichnung) des verlangten Kanzeldeckels hat sich im Salzburger Konsistorialarchiv erhalten und belegt, dass Lamberti ein begabter Zeichner war. Der Riss ist auf der Unterseite des Kanzeldeckels signiert. Der sechseckige Schalldeckel besitzt über einem mächtigen verkröpften Gebälk voluminöse Akanthusranken, die sich zu Voluten einrollen. Dazwischen stehen Figuren der vier Kirchenväter. Den oberen Abschluss bildet der auf einer Wolkenbank sitzende Gute Hirte mit dem Lamm auf der Schulter, umgeben von Cherubsköpfen. Zwei großfigurige, stehende Engel tragen den gesamten Aufbau. Aus finanziellen Gründen wurde aber eine einfachere Version ausgeführt, deren signierter Riss sich ebenfalls im Konsistorialarchiv erhalten hat. Der Kanzeldeckel ist heute nicht mehr erhalten (Hoffmann 1991, S.401f.).
5.4 Torren, Filialkirche hl. Nikolaus
In der Torrener Filialkirche restaurierte Jakob Simon Lamberti angeblich das frühere St. Nikolaus-Hochaltarbild aus dem 17. Jh. von Paulus Degele (?), das sich heute an der Nordwand befindet (Hoffmann 1991, S. 390, 392).
1714 wurde ein neuer Hochaltar (siehe Abb. 3) genehmigt, den Lamberti 1714/15 für 225 Gulden fasste (Hoffmann 1991, S. 392). Er vergoldete bzw. versilberte die Zierate, Kapitelle und Obergewänder der Figuren, lasierte die Untergewänder und marmorierte den Aufbau mittelblau. Nach einigen Übermalungen in späterer Zeit wurde 1913 die Originalfassung wieder freigelegt.
Laut Hoffmann 1991 (S. 392) malte Lamberti 1714/15 das heute nicht mehr erhaltene „S. Franzisci“-Oberbild des Hochaltars.
Hoffmann nimmt außerdem an, dass Lamberti, der als ausgezeichneter Zeichner galt, den Altar entworfen haben könnte (Hoffmann 1991, S. 393).
5.5 Adnet, Pfarrkirche hll. Stephan und Laurenz
In der Adneter Pfarrkirche fasste Lamberti 1714 zwei Bilder im neu errichteten Bruderschaftsaltar (nicht erhalten) und erhielt dafür 28 fl. und 6 kr. (ÖKT XX 1927, S.37; Hoffmann 1991, S. 403).
5.6 Georgenberg, Filialkirche hl. Georg
Für die Pfarrkirche in Georgenberg (Gem. Kuchl) fertigte Lamberti 1716/17 das Hochaltar-Oberbild mit dem hl. Michael, der den Luzifer stürzt sowie die Fassung des Altars. 1719 entstanden zwei neue Seitenaltäre, die Lamberti ebenfalls fasste. Außerdem malte er die beiden Aufsatzbilder mit den Wetterheiligen Johannes und Paul (Dehio 1986, S. 111; ÖKT XX 1927, S.184).
5.7 Aigen, Pfarrkirche hl. Johannes d. T.
Auch in der Pfarrkirche Aigen wurde scheinbar ein Ansuchen eines Konkurrenten Lambertis abgelehnt und ihm am 9. August 1717 der Auftrag zur Fassung des Hochaltars (nicht erhalten) übergeben (ÖKT XI 1916.
5.8 Maria Brunneck, Wallfahrtskirche
An Stelle der 1763 erbauten Rokoko-Wallfahrtskirche in Brunneck am Pass Lueg stand früher eine 1710 errichtete hölzerne Kapelle, für die Jakob Simon Lamberti ein nicht erhaltenes Altarbild (1718) malte (Hoffmann 1991, S. 396). Paul Buberl vermutet, dass es sich dabei um das Motiv „Ruhe auf der Flucht“ handelte (ÖKT XX 1927). Im Thieme-Becker wird angegeben, dass Lamberti 1711 Altarbilder für Brunneck schuf (Thieme-Becker 1929).
5.9 Sonstige Arbeiten
Hoffmann gibt an, dass Lamberti 1714 Tabernakel und Kanzel der Pfarrkirche in Altenmarkt i. Pg. fasste (Fassung nicht erhalten).
Außerdem soll er 1717 an einem Wettbewerb zur Hochaltargestaltung für die Pfarrkirche in St. Johann i. Pg. teilgenommen haben, den Auftrag aber nicht erhalten haben. Weiters schuf er 1719 scheinbar zwei nicht erhaltene Bilder für die Kirche in Scheffau (Hoffmann 1991, S. 403).
5.10 Künstlerisches Umfeld
Jakob Simon Lamberti arbeitete seit seiner Niederlassung in Golling meistens mit dem Halleiner Bildhauer Johann Georg Mohr und dem Kuchler Tischler Johann Pfisterer zusammen. Sie alle beziehen sich immer auf das „Visier“ oder den Riss. Es ist davon auszugehen, dass Lamberti die Risse zeichnete, da er scheinbar der beste Zeichner war (Hoffmann 1991, S. 403).
5.11 Werkübersicht
Zum besseren Verständnis soll hier noch einmal eine Übersicht über das Oeuvre Lambertis gegeben werden.
Urkundlich gesicherte Werke des Malers Jakob Simon Lamberti:
Altarbilder und Entwürfe
Golling 1707 linkes Seitenaltarbild: hl. Kajetan
Torren *1714/15 Hochaltar-Oberbild: hl. Franziskus
Georgenberg 1716/17 Hochaltar-Oberbild: hl. Michael
1719 Seitenaltar-Oberbilder: Wetterheilige Johann und Paul
St. Johann i. Pg. 1717 Hochaltar-Wettbewerb (Auftrag nicht erhalten)
Brunneck *1718 Altarbild
Kuchl 1718/19 zwei Entwürfe für den Kanzeldeckel
Scheffau *1719 zwei Bilder
Fassarbeiten
Feldkirchen b. 1696/97 Kanzel und Oratorium
Mattighofen
Ranshofen 1697/99 ganze Kircheneinrichtung
Golling 1707 Hochaltar und *Seitenaltar
*1709 Empore
Kuchl *1709/12 Hochaltar
*1719 Kanzeldeckel
Altenmarkt i. Pg. *1714 Tabernakel und Kanzel
Adnet *1714 Bruderschaftsaltar
Torren 1714/15 Hochaltar und *alter Altar aus Golling
Georgenberg 1716/17 Hochaltar
1719 zwei Seitenaltäre
Aigen *1717 Hochaltar
*soweit bekannt, nicht mehr erhaltene Werke
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