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1.
LUCHESE, Giovanni (Johann, Hans); Lucchese, Lucchesi, Luchesi,
Luches, Luckes, Lugesch, Lucans, Luccese, Lugkhes, Lucess, Lucásen,
Lugges, Lukhans, Lukas, Luckhese,Lucáss;
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2.
BERUFSBEZEICHNUNG
Maurer und
Baumeister
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3. BIOGRAPHIE
Sein Geburtsdatum
ist unbekannt. Er starb am 1. Januar 1581 in Innsbruck. Es wird
vermutet dass er zwischen 63 und 68 Jahre alt wurde.
Giovanni kam zwischen 1538 und 1539 nach Prag, wo er für
den König 24 Jahre lang als Maurermeister tätig war.
Im Jahre 1556 arbeitete er am Tiergarten in Prag und 1560 errichtete
er am Hause der Grafen Franz Turn, in Prag, einen Anbau. Für
Erzherzog Ferdinand II. baute er etwas später ein Haus in
Chomutov um. Im Jahre 1561und im Jahre 1653 reiste er nach Italien
um für den Prager Schlossbau , bei welchem er tätig
war, einige Meister und Maurer anzuwerben. Er selber war zu jener
Stunde noch als Meister, und nicht als Baumeister, tätig.
Er arbeitete auch am Lusthaus des Erzherzogs mit.
Am 12. April 1563 bittet Erzherzog Ferdinand, welcher Giovanni
Luchese sehr schätzte, seinen Vater Kaiser Ferdinand I. dem
Meister eine Provision zu verleihen.
Am 22. Februar 1564 vollendete Giovanni Luchese die Arbeiten am
Lusthaus und am Lustgarten in Prag. Im darauffolgenden Jahr erhielt
er vom Kaiser Ferdinand I. eine lebenslängliche Provision
von 60 Thaler, mit den Bedingungen, dass er stets am Prager Schloss
arbeite und dort diene. Im Sommer 1564 wird Giovanni Luchese als
außerordentlicher Baumeister nach Innsbruck geschickt um
die Arbeiten am Schloss Ambras zügiger voranzubringen. Erzherzog
Ferdinand äußerte den Wunsch Giovanni Luchese als Hofbaumeister
anzustellen, doch dies wurde von der Regierung abgewiesen, da
er die deutsche Sprache doch zu wenig beherrschte. Am 12. Juli
1565 wurde er erstmals als Werkmeister des Erzherzogs bezeichnet
und wenig später erhielt er für seine Dienste ein Wappen.
Giovanni verlangte für seine Arbeiten immer viel Geld, womit
die Regierung nicht immer einverstanden war. Durch seine gute
Beziehung mit dem Erzherzog wurde aber sein Gehalt immer wieder
verbessert.
Im selben Jahre war Giovanni Luchese am Bau des Damenstiftes mit
Kirche in Hall, Tirol, tätig. Im Jahre 1567 wird Giovanni
Luchese zum Hofbaumeister ernannt, und ein Jahr später erhält
dieser vom Erzherzog ein Haus in der Stiftsgasse in Innsbruck
geschenkt. Es ist ungewiss ob er das Haus alleine bewohnte oder
mit dem Hofkaplan de Martinis, genauso wenig bekannt ob ihm das
Haus Nummer 2 oder 4 gehörte.
1570 bekommt die Stadt von Luchese Bauholz um das Pressenhaus
(ehemaliges Pestlazarett in der Weinhartstrasse) in Innsbruck
auszubessern.
1571 arbeitet er eifrig an der Behausung der jungen Herren, damit
ist die Plattnerei, Vorgängerhaus des heutigen Landhauses
in Innsbruck, gemeint. Die dazugehörige Kapelle wurde 1574
dem Hl. Georg geweiht. Der Palast brannte aber schon im Jahre
1620 ab. Sein Sold wurde bis zu seinem Tode im Jahre 1581 immer
wieder aufgebessert.
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| 4.
FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS
Giovanni gilt
als Oberhaupt der Familie Luchese. Es ist aber ungewiss woher
die Familie stammt. Es könnte sein dass er in Lucca geboren
ist, es wird sogar vermutet dass der Name Luchese von dieser Ortschaft
hergeleitet wurde. Es besteht aber ebenso die Möglichkeit
dass der in Tirol tätige Italiener, wie so viele andere in
Tirol lebenden Italiener aus der Gegend des Comosees stammt. Genauso
wird vermutet dass die Familie aus dem Tessiner Tal, nähe
Lugano, stammt, da dort viele Mitglieder der Familie geboren oder
gestorben waren. Der Name Luchese könnte deshalb auch von
Lugano abgeleitet worden sein.
Giovanni genoss sein Leben lang die Zusammenarbeit mit dem Erzherzog
Ferdinand II., mit dessen Hilfe er aus Prag nach Innsbruck gelangte.
Er erhielt immer ein angemessenes Gehalt, auch wenn er sich selber
oft darüber beschwerte.
An Giovannis Seite arbeitete auch sein Sohn Alberto (siehe Luchese,
Alberto), auch er war Hofbaumeister unter Erzherzog Ferdinand
II.. Giovannis Sohn Domenico war wahrscheinlich Steinmetz oder
Stukkateur. Es wird vermutet dass er der Erstgeborene sei da er
am Grabstein des Giovanni an die erste Stelle gesetzt wurde. Der
dritte Sohn Adamo wird als Steinmetz und Bildhauer bezeichnet.
Er wurde in Pambio geboren, genaues Geburtsjahr ist nicht bekannt.
Er stirbt in Deutschland im Februar 1583.
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| 5.
WERK (in Tirol)
Gesicherte
Werke:
-Hofburg in Innsbruck
-Lustschloss und der Tiergarten auf der langen Wiesen in Innsbruck(mit
ehemaligem Verwalterhaus)
-Salvator- und Jesuitenkirche in Innsbruck.(Umbauten durch Giovanni,
Alberto und Adamo Luchese)
-Schloss Vellenberg bei Völs
Zugeschriebene
Werke:
-ehemalige Bilderhaus in Mühlau (am Umbau beteiligt)
-Haus in Stiftgasse Nr.2, Innsbruck
Bauten
von Giovanni und Alberto:
-Schloss Ambras
-Hofgarten
-Damenstiftskirche und das Stiftsgebäude in Hall
-Schloss Aschach bei Volders
-Hl. Blutkapelle in der St. Oswaldkirche in Seefeld
-Silberne Kapelle in der Hofkirche von Innsbruck
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| 6.
ABBILDUNGEN |
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| 9.
BIBLIOGRAPHIE
-Egg, E.:
Kunst in Tirol. Baukunst und Plastik. Innsbruck, 1973
-Hammer, H.: Kunstgeschichte der Stadt Innsbruck. Innsbruck, 1952
-Schönherr v. D. R.: Urkunden und Regesten aus dem K.K. Statthalterei-
Archiv in Innsbruck. II. Theil: Quellen zur Geschichte die Kaiserlichen
Haussammlungen und der Kunstbestrebungen des Allerdurchlauchten
Erzhauses. In: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlung des Allerhöchstem
Kaiserhauses. Band 11/II., 14/II., 17/II.. Wien, 1893.
-Thieme U./Becker F.: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler
von der Antike bis zur Gegenwart. Band 28/29. Hrsg. H. Vollmar.
Leipzig, 1992.
-Tschenett, Karin Elke: Die Baumeisterfamilie Luchese in Tirol,
Diplomarbeit. Universität Innsbruck,1998
©Barbara
Weissteiner , Dezember 2003
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