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Pozzo, Antonio |
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1.
POZZO, Antonio (Antoni, Antonio, Anthoni, Anthonio); Paz;
Pez; Potschens; Poz; Puz; Puzen;
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2.
BERUFSBEZEICHNUNG
Maurer, Meister,
Polier, Hofbaupolier, Baumeister
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3. BIOGRAPHIE
Über
Geburtsort und Geburtsdatum finden sich keinerlei Hinweise. Desgleichen
ist kein Datum über einen erstmaligen Aufenthalt in Graz
zu eruieren. 1632 ist Antonio in Bayerdorf und Thal als Maurer
subaltern beschäftigt. Seine Tätigkeit in Graz muss
vor dem Jahre 1635 begonnen haben. Nachdem Pietro de Pomis und
De Sype , die Architekten von Schloss Eggenberg, im Jahre 1633
bzw.1634 verstarben, führten die Poliere Pietro Varengo und
Antonio Pozzo das Werk zu Ende. In anderer Literatur: Am Schloss
Eggenburg Erzherzog Ferdinands II. verrichtete er 1634 "unterschiedliche
Arbeit" um 156 fl. 1936 wird er als Meister betitelt und
arbeitet mit Valnegro zusammen im Lusthaus, im Weissenegger Hof
und am Hauptschloss. Von 1644 bis 1653 bekommen Jahr für
Jahr Meister Antonio Pozzo und Steinmetzmeister Carolo Gianolo
größere Beträge. Über ihre Tätigkeit
gibt das Maurerbuch Auskunft: Die malerischen Arkadengänge,
die zwei Höfen ein so vornehmes und dabei anheimelndes Gepräge
verleihen. In der einschlägigen Literatur gibt es unterschiedliche
Annahmen zur Art seiner Tätigkeit am Bau, auch sind die Daten
zu seinen jeweiligen Arbeiten nicht genau festzulegen. In Graz
ist er in der Griesgasse zw. Nr.18 und Nr.32 wohnhaft. Seinem
Ansuchen um die Meisterschaft im Jahre 1643 erfolgt erst am 16.1.1647
die Zustimmung. Im Maurer- und Steinmetzebuch wird 1661 Antonio
Pozzo als Zechmeister angeführt. Aus einem Dokument vom 18.5.1657
über die Bestellung eines Hofbaupoliers geht hervor, dass
Domenico Bianco den zwei Mitbewerbern Isidor Carlon und Antonio
Pozzo vorgezogen wird. Zum Erweis seiner Tauglichkeit führt
Pozzo an, dass er vor 22 Jahren , also 1635, dem Meister Peter
Valnegro als Polier beim Bau des Mausoleums in Graz diente. Beim
zweiten Versuch wird ihm am 22.6.1663 Isidor Carlon vorgezogen.
Pozzo hatte wieder auf seine Tätigkeit beim Mausoleumsbau
hingewiesen. Im Aufdingbuch wird die Anzahl seiner Lehrlinge zw.1658
und 1663 mit fünf angegeben. Antonio Pozzos Begräbnis
findet am 24.8.1664 auf dem Andrä- Friedhof statt.
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Familie Pozzo zu den "Comasken"
gehörte. Damit wird eine Gruppe von Künstlern, Baumeistern,
Stuckateuren usw. bezeichnet , die aus dem Raum Como nach Österreich
gekommen waren, um da zu arbeiten. Ein Domenico Pozzo aus Mailand
ist 1561/70 in Innsbrucker Hofdiensten. Eine Verbindung zur Künstlerfamilie
Pozzi aus dem Tessin, die im deutschen Raum tätig ist, kann
man ausschließen. Ansonsten ist wenig über sein Leben
bekannt.
4. FAMILIEN-,
FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS
Antonio Pozzo's
erste Ehefrau Magdalena wird am 25.7.1648 begraben. Die Ehe ist
nicht in Graz geschlossen worden, unklar ist, ob er seine Frau
aus Italien mitgebracht hatte. Dieser Ehe ist ein Sohn Hans (Johannes)
Pozzo, ein Mitarbeiter Antonios und späterer Polier, zuzurechnen.
Am 14.1649 ehelicht der Maurermeister Pozzo eine Sesselmacherwitwe,
der Meister Fasol ist sein Trauzeuge. Der Name Pozzo kommt in
den Grazer Matrikeln vorher nicht vor. Auf Grund der Biographie
ist anzunehmen, dass sich sein Freundeskreis aus Vertretern seines
Standes, Mitarbeitern und Verwandten zusammensetzt. Eine Verbindung
zum kaiserlichen Baumeister Franciscus de Pozzo (1501 - 1562),
der die Festung Fürstenfeld visitierte, ist nicht anzunehmen.
Eine Verwandtschaft mit dem berühmten Architekten Andrea
Pozzo (1642 - 1709) ist auszuschließen.
Als dokumentierter Auftraggeber fungiert immer wieder Erzherzog
Ferdinand II. und Johann Ulrich von Eggenberg, daneben sind aber
auch Aufträge aus dem kirchlichem Bereich nachgewiesen.
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| 5.
WERK (STEIERMARK)
1635 Tätigkeit
(Maurer) beim Ausbau des Mausoleum- Turmes Ferdinands II. (gest.
1637) in Graz, 1636 Turm vollendet. Bauplanung von Giovanni Pietro
de Pomis, Bauleitung Pietro Valnegro.
1636 Tätigkeit (Maurer, Meister) beim Bau des Schlosses Eggenberg.
1649 Bauarbeiten an Karmeliterkirche und - kloster, Bauplanung
von Domenico Torres, Bauausführung Matthias Khärner.
Kohlbach zitiert das Maurerbuch: Meister Puz baute 1649 am Karmeliterkloster,
wofür am 6.Juli noch eine Forderung von 60 fl. aussteht.
Den Grundstein hatte Eleonora, Witwe Kaiser Ferdinand II., im
Jahre 1647 gelegt. Die Kirche wurde 1660 geweiht.
1651 Bau der Loretokapelle an der Kirche (Garnisonskirche) der
Barmherzigen Brüder in Graz, doch nicht eindeutig zuordenbar.
Die nach einer Stiftung von Georg Graf von Heberstein an der O-
Seite der Kirche errichtete Kapelle wurde 1736 abgetragen, 1746
an der heutigen Stelle von Johann Georg Strengg neu erbaut, 1769
geweiht, 1886 restauriert.
1653 Baumeister auf Schloss Eggenberg bei Graz, Bauplanung von
Giovanni Pietro de Pomis, neben weiteren Architekten Laurenz van
de Sype und Pietro Valnegro. Neben Pozzo ist Giovanni Battista
di Nono als zweiter Baumeister angeführt. Der Bau wurde vermutlich
1655 fertiggestellt.
1656 Bau des Waisenhauses, dokumentiert nach Vertrag vom 25.9.1656,
heute Mariahilfer Strasse Nr.24/26, Ökonomiegasse Nr.5, die
jetzige Fassade geht auf das 19.Jh. zurück.
Mancherlei Aufträge in der Stadt und Umgebung, u.a. Kirchen-
und Klosterbauten, evtl. der Grabenkirche, sind möglich,
hiefür sind aber keine archivarischen Unterlagen auffindbar.
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6. ABBILDUNGEN
Es finden
sich keinerlei Abbildungen, die spezifisch auf die Tätigkeit
Antonio Pozzo's hinweisen.
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| 7.
BIBLIOGRAPHIE
Allgemeines
Lexikon der bildenden Künstler. Von der Antike bis zur Gegenwart.
Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker, Bd.27/28, Leipzig
1933
Ginhart, Karl, Lexikon der bildenden Kunst in Österreich,
Bd.4, Baden/Wien 1939
Kohlbach, Rochus, Steirische Baumeister, Graz 1956
Wagner-Rieger, Renate, Baukunst des 16. und 17. Jahrhunderts in
Österreich. Ein Forschungsbericht, Jahrbuch für Kunstgeschichte,
1965, Bd. N.F. 20 (24)
Woisetschläger, Kurt, und Krenn, Peter, DEHIO- Handbuch,
Die Kunstdenkmäler Österreichs, Steiermark, Wien 1982
Woisetschläger, Kurt und Krenn, Peter, DEHIO- Handbuch, Die
Kunstdenkmäler Österreichs, Graz, Wien 1979
Woisetschläger, Kurt, Giovanni Pietro de Pomis, Graz 1974.
©Walter
Oberhammer, April 2005
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8. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
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| Bd. |
Band
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| f. |
folgende
(Seite)
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| ff. |
folgende
Seiten
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| fl. |
Floren(us),
florin, Gulden
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| N.F. |
´Neue
Folge
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| S. |
Seite
(-n)
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