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Institut für Kunstgeschichte Innsbruck
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TENCALLA, Giovanni Giacomo

 

1. TENCALLA, Giovanni Giacomo (Jakob, Jacopo); Tencala

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Architekt

3. BIOGRAPHIE

?,?,? (vermutlich Bissone) - ?,?,?

In Valtice (früher Feldsberg in NÖ) übernahm G.G. Tencalla nach G.B. Carlone (1580/90 - 1645) den Bau der dortigen Liechtensteinschen Pfarrkirche, den er bis 1638 führte, bis es aufgrund des Einsturzes der Kirchenkuppel zu seiner Entlassung kam. Er wird auch als Architekt der Liechtensteinschen Pfarrkirche in Nikolsburg (heute: Mikulov) genannt, in der, sowie auch in der zuvor genannten Kirche, sein Bruder Giovanni Tencalla als Stukkateur gearbeitet haben soll. (ThB, KROUPA)
Auch am Umbau des Liechtenstein. Schlosses in Nikolburg soll G.G. Tencalla beteiligt gewesen sein, für das er auch einen Brunnen im Arkadenhof schuf. (KROUPA)
Hinzu kommt noch der Umbau des Liechtenstein. Schlosses in Rabensburg/NÖ (um 1633), wodurch man ihn durchaus als Hausarchitekt der Grafen Liechtenstein bezeichnen kann, der in den Jahren 1630 - 1638 in Mähren tätig war, und dort als der erste Hauptrepräsentant des Frühbarocks gilt.
In Wien ist G.G. als entwerfender Architekt der Dominikanerkirche St.Maria Rotonda nachweisbar. (FIDLER)
Und eine weitere Tätigkeit dieses Architekten in Österreich war der Umbau des Liechtensteinschen Schlosses in Rabensburg in NÖ, um 1633.

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

G.G. Tencalla war Architekt des Fürsten Maximilian von Liechtenstein und der Vater des Carpoforo Tencalla (Maler), u. wahrsch. Onkel des G.P. Tencalla (Architekt).
Als Stukkateur der Pfarrkirche in Valtice (ThB) und der Pfarrkirche in Mikulov wird ein Giovanni Tencalla erwähnt (KROUPA, WILHELM), bei dem es sich um den Bruder G.G. Tencallas handeln dürfte.

 
5. WERK

5.1. Dominikanerkirche St. Maria Rotonda, Wien I., Postg.4

Der jetzige Bau stammt aus den Jahren 1631 (Grundsteinlegung) bis 1634 (Einweihung). Der Entwurf stammt von G.G.Tencalla, der von den Bauführern Jacobo Spacio, Cipriano Biasino und Antonio Canevale ausgeführt wurde.
1847-51 wurde das Terrain vor der Westfassade der Kirche abgetragen, wodurch die ursprünglich nicht konzipierte Sockelzone und die Treppenaufgänge hinzukamen.

6. ABBILDUNGEN

5.1. (CD-Rom: g.g.ten_01)
- Westfassade der Dominikanerkirche in Wien (Foto: Ch.Strahner)

- Grundriss der Dominikanerkirche in Wien, in: Frank Isnard W.OP, Dominikanerkirche Wien, Wien 1984 (CD-Rom-untitled CD: g.g.ten.02)

7. BIBLIOGRAPHIE

FIDLER P., Arch. d. mitteleuropäischen Seicento, in: ARS 2, 1994, S.135-156
FIDLER P., Giovanni Giacomo Tencalla, SPFFBU, F 37-39, Brünn 1993-95, 85-104
FIDLER P., Filiberto Luchese, Giovanni Battista Pieroni, Künstlerfamilie Tencalla. in: Nová encyclopedie ceského v_tvarného umeni, Praha 1995
FIDLER P., Künstler und Künstlerfamilien. Luchese, Wolmuet, Solari, Tencalla, Pomis, Hillebrandt, Sperandio, Prandtauer, Carlone Biasino, Dario Sciassia, Spazio, in: Dictionary of Art, 28 Bde, London 1997
FLEISCHER V., Fürst Karl Eusebius v. Liechtenstein als Bauherr und Kunstsammler, Wien 1910
FRANK Isnard W.OP, Dominikanerkirche Wien, Wien 1984
KROUPA Jiri, Kunst, Mäzenatentum und Gesellschaft in Mähren 1620-1650, Münster 2001
MONATSBLATT des Altertumvereines zu Wien, Bd.IX (1908/10), 158
PROSERPI Ivano, I Tencalla di Bissone, Lugano 1999
RIESENHUBER P.M., Die kirchliche Barockkunst in Österreich, Linz 1924
SCHMIDT J., in: Thieme-Becker, Leipzig 1938
WILHELM F., Materialien zur Kunstförderung durch Fürst Gundacker v. Liechtenstein, in: Jahrbuch d. kunsthist. Inst. Wien, 12, 1918

©Christine Strahner, Juli2002

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